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abc abc
EN DE
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
A
Alien
Vorgeschlagen von Samira Ghoualmia

Innerhalb der Schlingen der Nicht-Zugehörigkeiten ist das Alien verdammt als heimatloses Hybrid zwischen nirgendwo und anderswo zu migrieren. Ein*e staatenlose*r Wanderer*in, gefangen in endlosen Übungen, aus zu vielen strapazierenden Dehnungen, welche*r sich nie genug den repressiven Grammatiken fiktionaler Kategorien beugen kann. Für immer Fremde*r, welche*r zutiefst begehrt zu einem unbekannten Zuhause zurückzukehren, weit weg in eine andere Galaxie. Einsam, und doch manchmal schwebend im Dazwischen, grenzenlos flüssig. Ein ausländischer Blick, der über das Irdische hinaus in die Zukunft schaut.

Siehe auch: Wüsten der Unwirklichkeit 

Augmented Reality
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

Augmented Reality (AR) befindet sich im Realität-Virtualität-Kontinuum nach Paul Milgram im Zwischenbereich der Mixed Reality. Dieser Bereich bezeichnet die Überlappung von virtuellen und realen Welten. AR bezieht sich auf die von Menschen als Realität wahrgenommene Welt, die durch digitale Ergänzungen wie etwa Musik, grafische Elemente, Video, Haptik, Geruch und 3D-Animationen erweitert wird. Technisch bedeutet dies, dass die Wahrnehmung der Realität durch ein Gerät wie etwa einem Smartphone oder spezielle AR-Brillen gewährleistet sein muss, das in der Lage ist, die virtuellen Elemente zu integrieren. Die Interaktion von Realität und digitaler Erweiterung geschieht in Echtzeit; alle in die Realität integrierten, digitalen Gegenstände passen sich dreidimensional an sie an. Ihre Anwendungsgebiete können funktionale Hilfestellungen wie die Einblendung von zusätzlichen Informationen oder sensorische Erfahrungserweiterungen in erfahrbaren Kunstwerken umfassen.

Siehe auch: Blackbox AR

B
Blackbox
Vorgeschlagen von Nadim Samman

In der Informatik bezeichnet eine Blackbox eine Soft- oder Hardware, die ausschließlich über ihre Schnittstelle interagiert (innerhalb eines Systems, in das sie eingebettet ist). Jegliche Details ihrer Implementierung sind undurchsichtig. Allgemeiner formuliert ist eine Black Box demnach ein Objekt, das auf seine Ein- und Ausgabe hin betrachtet werden kann, ohne dass man dessen Funktionsweise kennt. Was im Inneren geschieht, ist undurchsichtig, gleichsam verborgen im Schatten.

Nichtsdestotrotz lässt sie sich trotz eines lückenhaften Verständnisses nutzen, und ihre Auswirkungen auf die reale Welt lassen sich beobachten. Die eigentliche Entfremdung entsteht erst dort, wo eine derartige Lücke erkannt und als Preis für das eigene Handeln akzeptiert wird. Wenn diese Handlungsmacht und der soziale Raum (materielle Güter) auf dem Austausch mit den auf mysteriöse Weise funktionierenden Blackboxen fußen, steht das Vertrauen auf dem Spiel.

Bot
Vorgeschlagen von Fotomuseum Winterthur

Ein Bot, abgeleitet von engl. robot (Roboter), bezeichnet ein automatisiertes Computerprogramm, das sich wiederholende Aufgaben eigenständig ausführt. In den letzten Jahren haben besonders Social Bots Schlagzeilen gemacht, die auf Social-Media- Plattformen wie Facebook oder Twitter zum Einsatz kommen. Als menschliche Akteur*innen hinter Fake-Profilen getarnt, sind Social Bots darauf programmiert, automatisch auf gewisse Schlagworte zu reagieren, indem sie Beiträge liken, kommentieren, teilen oder selbst Inhalte veröffentlichen. So kommen sie immer mehr im Rahmen von Wahlkampagnen und auch zum Streuen von Fehlinformationen zum Einsatz. Sogenannte Chat Bots wiederum sind so angelegt, dass sie mit User*innen über ein textbasiertes Dialogsystem interaktiv kommunizieren können. Suchmaschinen-Bots, sogenannte Webcrawler, durchsuchen automatisch das Internet nach Webseiten, um sie zu indexieren und damit über die Google Suchfunktion auffindbar zu machen. Bots greifen folglich massiv in unseren Alltag und in den Informationsfluss online ein.

Siehe auch: The Bots

C
Computergestützte Fotografie
Vorgeschlagen von Fotomuseum Winterthur

Computergestützte Bildgebungssysteme, die auf Software und Algorithmen beruhen, sind feste Bestandteile unserer heutigen Smartphone- und Digitalkameras. Ein einfaches Beispiel ist die Panorama-Funktion, bei der ein Algorithmus mehrere Bilder berechnet und zu einem nahtlosen, kontinuierlichen Bild zusammenfügt. Eine komplexere Anwendung findet sich in den Algorithmen des sogenannten maschinellen Sehens oder Bildverstehens. Das sind Programme, die Bildinformationen analysieren und verarbeiten, wie zum Beispiel automatische Gesichts- und Objekterkennung, Bildbearbeitungsprogramme oder (Gesichts-)Filter, mit denen man die Kamera-Live-Bilder auf dem Smartphone und in Apps wie Snapchat oder Instagram modifiziert. Die sogenannte Augmented Reality oder erweiterte Realität, die virtuelle Realität und computer-generierte Bilder sind Beispiele dafür, wie Algorithmen und Software unseren Begriff von Fotografie erweitern und verändern.

Siehe auch: The Bots

Computergenerierte Bilder (CGI)
Vorgeschlagen von Fotomuseum Winterthur

Computer Generated Imagery, kurz CGI, ist die englische und aus der Filmproduktion stammende Bezeichnung für mit dem Computer erstellte Bilder. CGI werden entsprechend nicht mit einer (Foto- oder Film-)Kamera aufgezeichnet, sondern direkt im Computer als zwei- oder dreidimensionale Bilder grafisch erstellt (Computergrafik und in Bewegung versetzt (Computeranimation). CGI wird in Filmen, Videospielen, in der Kunst und Werbung eingesetzt, findet aber auch in anderen Bereichen Anwendung, wie beispielsweise in medizinischen Darstellungen, wissenschaftlichen Simulationen oder 3D-Architekturmodellen. Erste Entwicklungen im Bereich fotorealistischer CGI, also die Herausbildung des Computers als Bildmedium nach Vorbild der Fotografie, wurde bereits ab den 1970er-Jahren maßgeblich von der Filmindustrie vorangetrieben, vor allem im Bereich der Spezialeffekte.

Siehe auch: The Bots

Condividuum
Vorgeschlagen von Sofie Krogh Christensen

Condividuum ist eine miteinander neu verknüpfte Datenmenge, eine hybride Ansammlung von Informationen.

Siehe auch: New Extractivism

Content Moderation
Vorgeschlagen von Sofie Krogh Christensen

Content Moderierende räumen mit verbaler Hetze auf. Sie sind die Gatekeeper (dt.: Pförtner*in), die Online-Filter. Sie kontrollieren von User*innen generierte Inhalte und gewährleisten, dass die von der jeweiligen Online-Plattform aufgestellten Regeln und Richtlinien für die Interaktion eingehalten werden. Beiträge, die gegen den Kodex verstoßen – Spam, Belästigung, Fake News oder rassistische, homophobe u.a. Hassreden –, werden von den Moderierenden gelöscht. Die*der betreffende User*in wird über sein*ihr Fehlverhalten informiert und gegebenenfalls gesperrt. Nur wenige Online-Plattformen arbeiten mit menschlichen Content Moderierenden. Viele setzen Maschinelle Lernsysteme  sogenannte KI-Moderation – als ersten Filter ein, um den größten Teil der bösartigen Beiträge abzufangen.

Siehe auch: The Bots

Capture Agents
Vorgeschlagen von Vladan Joler

Capture Agents können viele Formen und Größen annehmen. Von winzigen Codestücken, sogenannten Crawlern, die durch das Web wandern und Informationen über jede Webseite sammeln, über Sensoren, die den Herzschlag erfassen, und Überwachungskameras, die unsere Gesichter einfangen, bis zum komplexen Netzwerk von Satelliten, die die Erde umkreisen und Geräte orten. Sie sehen die Realität über die gesamte Bandbreite des elektromagnetischen Spektrums: von Gamma- und Röntgenstrahlen über Infrarot und sichtbares Licht bis hin zu Mikro- und Radiowellen. Sie können unsichtbar sein wie ein Facebook-Pixel oder massiv wie ein 500 Meter weites Radioteleskop.

Siehe auch: New Extractivism

Clearnet
Vorgeschlagen von Samira Ghoualmia

Bewusstsein schwindet
surfen auf beobachteten Oberflächen
schwimmend, driftend, auslaugend
Vergessen, welche Körper mich verfolgen
Körper, die folgen
auf limitiertem öffentlichen Raum
kontrollierende dunkle Schatten
fixierte Koordinaten
von Spuren
die, zurückbleiben
Enthüllter Standort
Ist mir unklar,
meistens während dem online Reisen,
verloren gehend
in kommodifizierten Erzählungen
durstiger digitaler Wüsten
kein Versteck
in Content
Und doch
es gibt mehr
Ging niemals weiter
Welche Möglichkeiten?
weit und gewagt
zukünftige Möglichkeiten
Vielleicht

Siehe auch: Losing Yourself in the Dark

D
Dark Forest
Vorgeschlagen von Jeanne-Ange Megouem Wagne

Rückzugs- und Zufluchtsort bei Tag. Bei einsetzender Dunkelheit Hüter tausender knorriger Silhouetten und Geheimnisse. Womöglich eine subjektive Beobachtung von vermeintlich universeller Gültigkeit: es scheint als suche die Mehrheit Schutz im Lärm der Sonne, und doch verbirgt sich irgendwer oder irgendetwas hinter der noch nicht greifbaren, dichten (Funk-)Stille. Nur wer den Schritt zum Gegenüber wagt, vermag diese Stille zu entziffern.

Siehe auch: Losing Yourself in the Dark

Daten-Bilder
Vorgeschlagen von Fotomuseum Winterthur

Ein fotografisches Bild, das wir mit dem Smartphone, einer zeitgenössischen Kamera oder als Screenshot schießen, ist digital. Es besteht aus elektronisch gespeicherten Daten in Form eines binären Codes aus Nullen und Einsen, die aufgrund von Algorithmen auf dem Bildschirm als Fotografie erscheinen. In jeder Bilddatei sind zudem zusätzliche Informationen gespeichert, die für das Auge nicht sichtbar sind – sogenannte Metadaten. Metadaten geben u.a. Auskunft über Datum und Uhrzeit der Aufnahme sowie über geografische Koordinaten. So geben wir über die Zirkulation unserer Bilder oft mehr Informationen über uns preis, als uns tatsächlich bewusst ist. Oft sammeln sich unsere Bilddaten über Jahrzehnte massenweise auf unseren digitalen Geräten an. Wenngleich Daten immateriell scheinen, benötigen sie doch Speicherplatz, was wiederum materielle Gegenstände wie Hardware und Infrastruktur voraussetzt – und damit einen massiven Einfluss auf unsere ökologische Umwelt hat.

Siehe auch: The Bots

Digitaler Kolonalismus
Vorgeschlagen von Vladan Joler

Digitaler Kolonialismus ist der Einsatz imperialistischer Macht in Form von neuen Regeln, Designs, Sprachen, Kulturen und Glaubenssystemen im Interesse der Herrschenden. Die traditionelle koloniale Praxis der Kontrolle über zentrale Wirtschaftsgüter, Handelsrouten, natürliche Ressourcen und die Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft ist immer noch tief in die heutigen Lieferketten, Logistik und die Fließbänder digitaler Inhalte, Produkte und Infrastrukturen eingebettet.

Siehe auch: New Extractivism

Digitale Identitätsarbeit
Vorgeschlagen von Vladan Joler

Freiberufler*innen, Selbstständige, Erwerbslose und alle Grauzonen dazwischen, die die heutige Arbeitswelt konstituieren, sind gezwungen, immer mehr Zeit damit zu verbringen, ihre Profile zu pflegen und (indirekt oder direkt) ihre Expertise, Erfahrung, Erfolge, Meinungen und Tätigkeitsnachweise anzubieten, ähnlich den Sexarbeitenden in den Schaufenstern der Rotlichtviertel. Digitale Identitätsarbeit ist die Zwangsarbeit des 21. Jahrhunderts. Aussteigen ist bestenfalls Wunschdenken.

Siehe auch: New Extractivism

Dividuum
Vorgeschlagen von Sofie Krogh Christensen

In seinem Essay über die “Kontrollgesellschaft” prägte der französische Philosoph Gilles Deleuze den Begriff “Dividuum”. In Fortschreibung von Michel Foucaults Theorie der Disziplinargesellschaft verstand Deleuze das Dividuum als Abrechnung mit der westlichen Idee der Gemeinschaft, die auf der Wechselwirkungen der beiden Entitäten Individuum und Gesellschaft gründet. Anders als Individuen sind Dividuen keine separaten, autonomen Körper, die innerhalb des abstrakten Rahmens der Gesellschaft koexistieren. Dividuen sind vielmehr die Masse, ein großer, kollektiver Bienenstock, der von innen heraus geteilt wird. Dividuen sind (wieder) verbunden und bewegen sich, beispielsweise als Datenmuster, durch die gemeinsamen Nenner Affekt, Klicks und Likes.

Siehe auch: New Extractivism

Data Healing

Data Healing ist ein übergeordneter Begriff für verschiedene Praktiken und Methoden, um Data Trauma, als Folgen der Algorithmic Violence, umzukehren. Eine produktive Transformation des Traumas in neue Technologien, Praktiken und Care-Arbeit für sich selbst und andere. Dazu gehört zum Beispiel das Verlernen und Erlernen des eigenen Umgangs mit Sozialen Medien und Technologien, das aktive Schützen von persönlichen Informationen Online sowie die Aufklärung anderer über schädliche, digitale Praktiken und Technologien.

Siehe auch: Open Secret, New Extractivism

E
Extraktivismus
Vorgeschlagen von Wikipedia

Extraktivismus verweist auf das Entfernen großer Mengen von Rohstoffen oder natürlichem Material zum Zweck des Exports. Die meisten extrahierten Ressourcen werden ins Ausland veräußert, da die Nachfrage danach in ihren Herkunftsländern zu gering ist.

Siehe auch: New Extractivism

F
Fake News
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

Fake News sind veröffentlichte Falsch- und Fehlinformationen, die von Gruppen oder Einzelpersonen aus politischen, persönlichen, wirtschaftlichen und satirischen Intentionen überwiegend viral in sozialen Medien wie Twitter, Facebook und Instagram verbreitet werden. Ihre mediale Streuung wird neben denen von User*innen neuerdings vor allem durch Social Bots unterstützt. Inhaltlich reicht ihre Bandbreite von gefakten Todesnachrichten über Falschaussagen bis hin zur Darstellung skurriler Zusammenhänge wie etwa dem Pizzagate. Ihre Narrative bilden meist den Zweifel an gegebenen Tatsachen ab. Sie schaffen eine „Faktenlage“, die nach den gängigen ethisch-moralischen Verhaltensweisen des Journalismus oder etwa der Wissenschaft nicht oder nur in Teilen belegt werden können. Fake News können zu sehr konkreten und mitunter demokratiegefährdenden Handlungen wie etwa dem Sturm auf das Kapitol in Washington im Januar 2021 führen. Fun Fact: Mutmaßliche Multiplikator*innen von Fake News benutzen den Ausdruck selbst, um ihr Misstrauen gegenüber etablierten Medien zu artikulieren.

Siehe auch: A Certain Kind of Doom Scroll

G
Gesichtsfilter / Augmented Reality
Vorgeschlagen von Fotomuseum Winterthur

Sogenannte face filter, Gesichtsfilter, die beispielsweise über die App Snapchat bei der Aufnahme von Selfies in Echtzeit auf Gesichter projiziert werden können, gehören zu Anwendungen der Augmented Reality (AR). Als AR bezeichnet man eine Technologie, die es User*innen ermöglicht, die reale Welt in Echtzeit in Verbindung mit virtuellen Objekten zu sehen. Entweder überlagern die computergenerierten Objekte den realen Raum oder sie verschmelzen mit ihm, weshalb AR auch als Enhanced Reality (erweiterte Realität) oder Mixed Reality bezeichnet wird. Diese Mischform unterscheidet AR von Virtual Reality (VR). Bei der VR wird die sichtbare Umgebung komplett simuliert und die User*innen tauchen ihrem Gefühl nach in eine andere Welt ein. Weitere bekannte Beispiele für AR sind die Datenbrille Google Glass, die als Beta-Version 2014 auf den US-Markt kam, und das Nintendo- Handyspiel Pokémon Go, das im Jahr 2016 weltweit Begeisterung auslöste. AR wird auch im Ingenieurswesen, der Medizin, dem Militär, der Werbung, der Unterhaltungsindustrie oder der Kunst eingesetzt.

Siehe auch: The Bots

GENERATION Z
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

Generation Z (auch GEN Z, Generation Greta oder Generation TikTok genannt) ist die soziokulturelle Bezeichnung von jungen Menschen, die zwischen den späten 1990er und frühen 2010er-Jahren geboren wurden. Sie sind zeitlich zwischen der Generation Y und der Generation α einzuordnen. Besonders bezeichnend ist ihr selbstverständlicher Umgang mit digitalen Medien und Apps (Digital Natives 2.0), ihr gesteigertes Sicherheits- und Freizeitbedürfnis sowie der Fokus auf Nachhaltigkeit und Gesundheit. Sie sind politisch engagiert, stehen jedoch etablierten Parteien kritisch gegenüber. In sozialen Medien kommunizieren sie gerne humorvoll und kritisch mit Memes, die mit popkulturellen und politischen Referenzen spielen.

Siehe auch: Choose Your Future

H
Hydro mystisch
Vorgeschlagen von Jeanne-Ange Megouem Wagne

Die weiten Tiefen des Wassers beherbergen göttliche Ewigkeiten. Sirenen, Meerjungfrauen und Mami-Wata, nicht ganz und doch dieselbe Ewigkeit in halb menschlich-weiblichem Gewand. Mami-Wata, der gefürchtete Vodun-Spirit des Kontinents und seiner Diaspora, denn auch an ihr haftet die in bittere Sehnsucht getränkte menschliche Angst vor der nährenden, tränkenden Kraft der weiblichen Wahrheit.

Siehe auch: Choose Your Future

Hyperreal
Vorgeschlagen von Samira Ghoualmia

Das Hyperreale ist innerhalb von mit Glanz überzogenen Simulationen, klebrige Innereien versteckend, und Fieberträumen zu verorten, die Fata Morganas von Hyperrealität halluzinieren aka gute Vermarktung. Nichts Echtes zum Festhalten. Keine klaren Unterscheidungen zwischen dem Echten und dem dargestellten Realen von lokalen Bildschirmen zu sich immer weiter multiplizierenden digitalen Ozeanen, durch das Clearnet tauchend, hohe Seen überquerend in die Fülle offener Räume. Eine Imitation realer Sehnsüchte, im Echten verwurzelt, sich in Hyperreales verwandelnd. Gibt es Echtheit innerhalb des Hyperrealen?

Siehe auch: Wüsten der Unwirklichkeit 

I
Interface
Vorgeschlagen von Sofie Krogh Christensen

Das erste Gesicht, das die meisten Menschen morgens sehen, ist der personalisierte Bildschirm ihrer digitalen Endgeräte. Der Bildschirm bildet die Oberfläche, eine gemeinsame physische Grenze, zwischen ihrem Körper und dem Betriebssystem; die Benutzeroberfläche (Interface) ist das Portal zu einer gemeinsamen Sprache. Als Schnittstelle eines Betriebssystems (OS) wird die Programmstruktur bezeichnet, die Informationen gruppiert, um den Informationsfluss der digitalen Technologie zu unterstützen, z. B. ein Java-Skript, während das Interface dem*der Nutzer*inn ermöglicht, mit dem Betriebssystem zu interagieren.

Siehe auch: New Extractivism

J
K
Künstliche Intelligenz
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

Die ursprüngliche Idee der Künstlichen Intelligenz ist die Vermenschlichung von Maschinen. Hierfür wird ein intelligentes System, das sich meist aus Reizwahrnehmung, Reizverarbeitung (Einordnung) und Lernfähigkeit (Mustererkennung) zusammensetzt, in eine Maschine implementiert. Es soll ihr dadurch ermöglicht werden, selbständige Entscheidungen treffen zu können. Die Grundlage dieser Urteile setzt sich aus Algorithmen zusammen, die aus dem Abgleich großer Datenmengen Korrelationen ableiten können. Die Wissenschaft bedient sich dabei verschiedener Methoden und Techniken, wie etwa der Nachbildung von neuronalen Prozessen des menschlichen Gehirns, dem sogenannten Deep Learning. Bei dieser häufig angewandten Methode können auch komplexere Inhalte durch lineare und nichtlineare künstliche Neuronen erfasst werden, wie etwa in der Gesichts- und Schrifterkennung. Kausalitäten sowie allgemeine, nicht problemorientierte Lösungen sind von Maschinen wiederum nicht erlernbar. Auch die Qualität von Datenmengen stellt eine Schwachstelle dar, da diese mehrheitlich von weißen Entwicklern erhoben werden und dementsprechend die Diskriminierung von marginalisierten, nicht-weißen Positionen sowie vorurteilsbehaftete Lösungen begünstigen.

Siehe auch: The Maw Of

Künstliche Befruchtung
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

Künstliche Befruchtung (Assisted reproductive technology, oder: ART) umfasst alle Maßnahmen zur Erfüllung eines Kinderwunschs, die medizinisch ergriffen werden können, wenn ein Kind nicht durch Geschlechtsverkehr gezeugt werden kann. Dabei werden Spermien mit den Eiern entweder außerhalb des Körpers im Reagenzglas oder innerhalb des Körpers, ggf. mit fremden Samen und Eiern (heterolog), aufbereitet. Hormontherapien helfen die Fruchtbarkeit des Körpers zu stimulieren um so eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Die Geburtenrate von künstlicher Befruchtung liegt bei maximal 20 Prozent. In Deutschland werden ausschließlich heterosexuelle Paare, die die medizinischen und die finanziellen Voraussetzungen erfüllen, von der Krankenkasse unterstützt.

Siehe auch: Womb Walk

Kryptokunst
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

Kryptokunst sind digitale, nicht physische Kunstwerke wie Bilder, Musik oder Videos, die mit NFTs authentifiziert werden. In der Regel sind sie (leicht) reproduzierbar. Mit dieser jungen Technologie konnten viele bisher meist unbekannte Künstler*innen hohe Verkaufssummen ihrer Werke durch Spekulation erzielen. Bislang beschäftigt sich der Diskurs über Kryptokunst überwiegend mit der eigenen Wertgenerierung und weniger mit sich selbst. Langfristig könnte Kryptokunst auf den gängigen Kunstbegriff einen größeren Einfluss haben, insbesondere bei den Fragen von Zugang zum Markt und bei Besitzverhältnissen.

Siehe auch: Nº6092

Keynesianismus
Vorgeschlagen von Wikipedia

Keynesianische Ökonomie (manchmal auch Keynesianismus, benannt nach dem Ökonomen John Maynard Keynes) sind die verschiedenen makroökonomischen Theorien und Modelle, wie sehr die Gesamtnachfrage (Gesamtausgaben in der Wirtschaft) die Wirtschaftsleistung und die Inflation beeinflusst. In der keynesianischen Sichtweise entspricht die Gesamtnachfrage nicht notwendigerweise der produktiven Kapazität der Wirtschaft. Stattdessen wird sie von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst [… wie] Produktion, Beschäftigung und Inflation […] Fiskalpolitische Maßnahmen (beschlossen durch die Regierung) und geldpolitische Maßnahmen (beschlossen durch die Zentralbank) können dazu beitragen, Wirtschaftsleistung, Inflation und Arbeitslosigkeit über den Konjunkturzyklus zu stabilisieren.

Siehe auch: Choose Your Future

L
M
Maschinelles Lernen
Vorgeschlagen von Sofie Krogh Christensen

Maschinelles Lernen ist ein algorithmisches Werkzeug, die Computersysteme befähigen, von Daten zu lernen oder sie für Hochrechnungen oder Spekulationen zu nutzen. Dieses Segment der KI-Technologie (KI = Künstliche Intelligenz) basiert auf der Überzeugung, dass Computer unabhängig – und vorzugsweise ohne jede menschliche Beteiligung – durch Datensammlungen navigieren und aus ihnen lernen können.

Siehe auch: New Extractivism

Make-Up Tutorials
Vorgeschlagen von Fotomuseum Winterthur

Auf Sozialen Medien zirkulieren kurze, von User*innen verfasste Videobeiträge, in denen ein Thema oder eine Handlung in sogenannten Tutorials Schritt für Schritt erklärt werden. Das weit verbreitete Format des Make-Up-Tutorials stellt Schminkprodukte und -techniken vor und hat sich mittlerweile als eigenes Genre mit einer spezifischen Community auf den unterschiedlichsten Plattformen etabliert. Aufgrund des unproblematischen, unauffälligen Inhalts wird das populäre Online-Format zunehmend genutzt, um politische Botschaften zu tarnen, deren Inhalte ansonsten der Zensur anheimfallen und gelöscht werden würden.So informieren die User*innen, auch Vlogger*innen genannt, nicht nur über Lipgloss und Lidschatten, sondern auch über staatlichen Missbrauch oder politisches Fehlverhalten, wie beispielsweise ein im Sommer 2020 von der US-Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez über die Vogue veröffentlichtes Schminktutorial mit feministischen und politischen Inhalten.

Siehe auch: The Bots

Meme
Vorgeschlagen von Fotomuseum Winterthur

Memes sind meist humorvolle Bilder und Videos, die von User*innen via Social Media geteilt und weiterverarbeitet werden. Meistens kommentieren sie auf lustige, ironische oder bissige Weise soziale, politische und kulturelle Themen oder aktuelle Ereignisse. Sie können über einen Online Meme-Generator erstellt werden, über den (meist im Internet vorgefundene) Bilder rechteckig zugeschnitten und mit einem kurzen Text überlagert werden, üblicherweise in der Schriftart Impact. Eines der beliebtesten Meme-Motive ist die Katze: Der pelzige Vierbeiner erscheint u.a. als lolcat (engl. lol, laugh out loud, lautes Lachen + cat, Katze) wie die ceiling cat (engl. für Zimmerdeckenkatze) oder half cat/panorama fail cat (engl. für Halbkatze/Panorama-Fehler-Katze). Der Begriff Meme leitet sich vom Griechischen mimēma (nachahmen) ab und wurde 1976 zum ersten Mal im Buch The Selfish Gene vom Evolutionsbiologen Richard Dawkins verwendet. Im Zuge der Digitalisierung wurde diese Definition schliesslich für das virale Internetphänomen der Bild-Text-Kreationen adaptiert.

Siehe auch: Losing Yourself in the Dark

N
Nationalisierung
Proposed by Jeanne-Ange Megouem Wagne

Ausgangspunkt: Der europäische Kontinent des 21. Jahrhunderts
Anstoß: Expansive Imperien und Kolonisierung – Flächendeckende Industrialisierung – Ausbeutung der überseeischen Territorien – Nationalstaatlichkeit – Kapitalismus – Technisierung – Digitalisierung
Auftrag: Die selbstgerechte Inbesitznahme materieller und immaterieller Güter und Kräfte auf nationaler Ebene, als Absicherung des eigenen Fortbestehens bei fortschreitender Globalisierung
Ausblick: Zusammenbruch (Bei anhaltender mangelnder zwischenmenschlicher
Solidarität)

Siehe auch: Choose Your Future

Neuer Extraktivismus
Vorgeschlagen von Vladan Joler

Im Informationszeitalter wird alles zur potenziellen Grenze von Expansion und Extraktion – von der Tiefe des DNA-Codes in jeder einzelnen Zelle des menschlichen Organismus über die immensen Grenzen der menschlichen Gefühle, des Verhaltens und der sozialen Beziehungen bis hin zur Natur als Ganzes. In diesem Moment des 21. Jahrhunderts wirkt eine neue Form des Extraktivismus. Tausende Agierende in Unternehmen und Regierungen konkurrieren um die Territorien unserer verhaltensbestimmenden, emotionalen und kognitiven Landschaften. Der Prozess der Abschottung und Ausbeutung etabliert sich, sobald die Invasion in das Territorium erfolgt ist.

Siehe auch: New Extractivism

Nichtmenschliche Arbeit
Vorgeschlagen von Vladan Joler

Nichtmenschliche Arbeit ist Produktion jenseits der humanen, anthropozentrischen Sphäre.  Wir können in die Tiefe der Zeit zoomen und das Wirken prähistorischer Pflanzen und Tiere betrachten, das sich in der Bildung von Kohlenstoff verortet, der als Brennstoff Rechenzentren, Infrastrukturen und unsere Endgeräte versorgt. Doch wir müssen gar nicht so weit in die Vergangenheit zurückgehen, wenn wir unseren Blick auf die Aktivitäten im Mikrobiom unseres Körpers richten.

Siehe auch: New Extractivism

Neuralink
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

Neuralink ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das 2016 unter anderen von dem Unternehmer Elon Musk gegründet wurde. Der Geschäftskern liegt auf der Entwicklung eines Implantats, das mit sehr feinen Elektroden an das Gewebe des menschlichen Gehirns angeschlossen werden soll, um eine Verbindung zwischen Neuronen und Computern herzustellen. Das Ziel ist es, Krankheiten und körperliche Einschränkungen aufgrund von Hirnschäden durch elektrische Stimulation zu heilen, aber auch körpereigene Informationen auf technische Geräte übertragen zu können (Stichwort: telepathische Steuerung, Speicherung von Erinnerungen). Bisher wurde diese Anwendung nur an Schweinen getestet, zeitlich ist es nicht absehbar, dass sie für Menschen zugelassen wird. Neurowissenschaftler*innen stehen Neuralink teilweise sehr skeptisch gegenüber.

Siehe auch: The Maw Of

NFT
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

NFT (Non Fungible Token, auch „Nifties“genannt ) ist die Zertifizierung eines nur in der digitalen Welt bestehenden Objekts, das einen bestimmten Wert hat, der nicht austauschbar ist. Um diesen Wert zu schützen, müssen die Besitzverhältnisse des Gegenstands nachvollziehbar gemacht werden, um die Einzigartigkeit belegbar zu machen. Transaktionsdetails, also Informationen zu Verkäufer*innen, Käufer*innen und der Transaktionssumme, werden durch Abspeicherung in der verteilten, öffentlichen Datenbank ­­– Blockchain – erhalten und dauerhaft einsehbar. Da die meisten digitalen Kunstwerke leicht fälschbar sind, bezieht sich der Wert in erster Linie also auf das Echtheitszertifikat. Aber auch die Kopplung von physischen Kunstwerken mit NFTs stellt eine Möglichkeit dar, wie das von Damien Hirst initiierte Projekt „The Currency“ zeigt. NFTs sind im Gegensatz zu Kryptowährungen, wie etwa Bitcoins, nicht beliebig austauschbar, können jedoch aufgrund ihrer Wertstabilität gegen andere NFTs getauscht werden. Bisher haben NFTs aufgrund der Rechen- und Speicherleistungen der Blockchain und ihrer Prozesse einen extrem hohen Stromverbrauch und sind daher alles andere als klimaneutral.

Siehe auch: Understanding NFTs

O
Ozeanische Kohlenstoffbindung
Vorgeschlagen von Wikipedia

Die Speicherung von Kohlendioxid (CO2) im Ozean ist eine Methode der Kohlenstoffbindung. Das Konzept der Speicherung von Kohlendioxid im Ozean wurde erstmals vom italienischen Physiker Cesare Marchetti in seinem 1976 erschienenen Aufsatz „On Geoengineering and the carbon dioxide problem“ vorgeschlagen. Seitdem wurde das Konzept der Bindung von atmosphärischem Kohlendioxid in den Weltmeeren von Wissenschaftler*innen, Ingenieur*innen und Umweltaktivist*innen untersucht. 39.000 GtC (Gigatonnen Kohlenstoff) befinden sich derzeit in den Ozeanen, während nur 750 GtC in der Atmosphäre sind.

Siehe auch: Choose Your Future

Öffentliche Investitionen
Vorgeschlagen von Jeanne-Ange Megouem Wagne

Im Zeitalter totaler Digitalisierung fungiert immaterielle Aufmerksamkeit, wie Streams und Views und Likes, als stärkste Währung. Je mehr die breite Öffentlichkeit in ein Thema, einen Sachverhalt oder eine Person investiert scheint, desto eher erhält besagtes Subjekt Anspruch auf materielle Förderung, hier staatliche Finanzierung. Somit führt zuvorderst Sichtbarkeit, gekoppelt an Aufmerksamkeit, gekoppelt an das öffentliche Interesse, zu längerfristiger Sichtbarkeit. Gleichzeitig verschiebt sich damit das Haltbarkeitsdatum von Relevanz und Aktualität ins fragile Ungewisse.

Siehe auch: Choose Your Future

P
Post-Work-Gesellschaft
Vorgeschlagen von Samira Ghoualmia

Welche Möglichkeiten beinhalten eine arbeitsfreie Zukunft unter sich stetig verändernden digitalen Koordinaten? Könnte eine Post-Work-Gesellschaft ein gemächlicher Traum von Freiheit, radikalem Wandel, kühn träumend von hoffnungsvollen Zukunftsvisionen einer Praxis sozialer Gerechtigkeit, welche Kapitalismus auslöscht, darstellen? Oder könnte eine Post-Work-Gesellschaft sich als Verkörperung einer dystopischen Schlafparalyse offenbaren, unsere Körper von der großen Automatisierung, welche systematische Ausbeutung verstärkend, versteinernd?

Siehe auch: Choose Your Future

Posthumanismus
Vorgeschlagen von Oxford Research Encyclopedias

Der Posthumanismus ist eine philosophische Perspektive darauf, wie Wandel in der Welt vollzogen wird. Im Hinblick auf der Konzeptualisierung und Historisierung von sowohl der Handlungsfähigkeit als auch des „Menschen“ unterscheidet er sich von den Vorstellungen des Humanismus. Während eine humanistische Perspektive häufig davon ausgeht, dass der Mensch autonom, bewusst, absichtlich und überlegen in Veränderungen ist, geht eine posthumanistische Perspektive davon aus, dass die Handlungsfähigkeit durch dynamische Kräfte verteilt wird, an denen der Mensch zwar teilhat, die er aber nicht vollständig beabsichtigt oder kontrolliert.

Siehe auch: Choose Your Future

Q
R
Reaktionsvideo / Aufmerksamkeits-Ökonomie
Vorgeschlagen von Fotomuseum Winterthur

Ein Reaktionsvideo wird meist online auf Social Media veröffentlicht. Statt dem eigentlichen Ereignis zeigt es eine Sammlung von Reaktionen verschiedener Personen auf das Gefilmte. Der Ursprung liegt in den japanischen TV-Shows der 1970er-Jahre und zirkuliert heute vor allem auf der populären Video-Plattform YouTube. Emotionen wie Gelächter, Ekel, Mitleid oder Angst der gefilmten Personen werden dabei auf die Zuschauer*innen übertragen. Reaktionsvideos sind Teil von und Ausdruck der Aufmerksamkeitsökonomie, in der die Aufmerksamkeit der Zuschauer*innen als verwertbares Gut in ökonomische Wertschöpfungsketten eingebunden ist. Die Aufmerksamkeit ist damit eine gewinnbringende Ressource, ein ökonomisches Kapital und eine soziale Währung, und das Sehen/Zuschauen damit stärker denn je in kapitalistische Kreisläufe eingebunden. Likes, Clicks und Shares treiben dieses System voran und machen uns letztlich zu Kompliz*innen.

Siehe auch: The Daemonic & the Aspirational Self

Roswell-Zwischenfall
Vorgeschlagen von Jeanne-Ange Megouem Wagne

Der Roswell-Zwischenfall aus dem Jahr 1947 hat spätestens seit den 1980ern zwei starke, widerstreitende Lager hervorgebracht: Gläubige und Ungläubige.

Das gläubige Lager hält an der Überlieferung fest, nach der auf einer Ranch nahe Corona bei Roswell (New Mexiko) Überreste eines mit Hieroglyphen überzogenen unbekannten Flugobjekts gesichtet worden sein sollen. Faktenorientierte Ungläubige aus der Wissenschaft postulieren hingegen, dass es sich vielmehr um die Überbleibsel von Forschungsballons des Flugs Nr. 4 gehandelt haben soll.

Die einende Wirklichkeit: der Absturz.

Ob heutige Anhänger*innen den Zwischenfall mit der momentan andauernden, globalen Pandemie in Verbindung bringen, bleibt zu überprüfen.

 

Siehe auch: Wüsten der Unwirklichkeit 

RAND Corporation
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

Die RAND (Research AND development) Corporation ist ein 1948 gegründeter US-amerikanischer Non-Profit Thinktank, der politische Entscheidungs- und Strategieprozesse insbesondere der amerikanischen Regierung wissenschaftlich begleitet und entwickelt. Diese stützt sich auf die wissenschaftliche Forschung, um auf militärische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen reagieren zu können. Als einer der größten und einflussreichsten Akteur*innen in der Wissenschaft vergrößert sie sich stetig, wobei die Größe der Kernteams niemals die Anzahl von 50 Personen überschreitet. Ihre herausgegebenen Forschungspapiere beschäftigen sich u.a. mit Themen wie Umwelt, Verkehr, öffentliche Sicherheit oder auch Fettleibigkeit.

Siehe auch: Choose Your Future

S
Stack
Vorgeschlagen von Jeanne-Ange Megouem Wagne

Meint das Zusammenspiel von aufeinander abgestimmten Datensätzen, codierten Sprachsystemen, strukturierenden Rahmenbedingungen und digitalen Werkzeugen, die eine greifbare und zugängliche Einheit bilden. Auf der Oberfläche kulminiert Pluralität so in Singularität. Und wandelt, im Idealfall, die Idee zum Erfolgsklick um.

Ein Stack mag zusätzlich als Redewendung mit materiell-materialistischem Charakter gelesen werden – sie verweist auf eine solide Menge mit einem geschätzten Wert von 1000 simplen und doch nachvollziehbaren Träumen.

Siehe auch: NM Webdex

T
Techno-Erbe
Vorgeschlagen von Nora Al-Badri

Ich verstehe “Techno-Erbe” als eine Form des Widerstands: die Rücknahme und Wiederinbesitznahme kultureller Daten und der darin enthaltenen Narrative. Ich habe vor vielen Jahren begonnen, den Begriff Techno-Erbe zu verwenden, als Museen begannen, ihre Sammlungen zu digitalisieren, und das erschufen, was sie als ‘digitalen Wert’ oder ‘digitale Artefakte’ bezeichneten. Die Rechtswissenschaftlerin Sonia K. Katyal hatte damals einen Artikel über 3D-Druck und geistige Urheber*innenrechte ‘Technoheritage’ genannt. Ich dachte über den Begriff nach: ob es sich dabei nur um eine juristische Formulierung handelte oder um etwas vom physischen Objekt Unabhängiges, das übersetzt, vermittelt, genutzt und neu gemischt werden konnte. Für mich war es eine eigenständige Entität, und ich benutzte den Begriff Techno-Erbe, um es zu beschreiben. ‘Erbe’ ist ein Begriff, der sich auf die Vergangenheit bezieht, aber für mich blickt Techno-Erbe auf ein anderes Zukunftsszenario. Anstatt Informationen zu bewahren, kann es neues Material hervorbringen und als Ausgangspunkt für künstlerische Forschung, Remix und sogar für die Aktualisierung von Objekten dienen.

Siehe auch: Das Postfaktische Museum

U
V
Verschwörungstheorie /-mythen
Vorgeschlagen von Fid. Fischer

Verschwörungstheorien (oder: Konspirationismus, Verschwörungsideologie, Verschwörungsmythen) bezeichnen Ideologien, die in einer subjektiv empfundenen Bedrohung ein monokausales Erklärungsmuster anbieten. Sie basieren laut des Politologen Michael Barkun auf drei Annahmen: 1. Nichts geschieht durch Zufall 2. Nichts ist wie es scheint 3. Alles ist miteinander verbunden. Die Grundlage der Argumentation ist ein normatives Werteverständnis sowie ein Dualismus von „Gut“ und „Böse“. Die Bedrohung wird überwiegend in der (geheimen) illegalen und langfristigen Aktivität einzelner Akteur*innen bzw. einflussreicher, exklusiver Netzwerke gesehen, denen böswillige Absichten wie etwa der Untergang der Menschheit unterstellt werden. Verschwörungstheorien gibt es seit der Antike, gegenwärtig sind Annahmen populär wie die Bedrohung durch Chemtrails sowie die Behauptung, dass der Microsoft-Gründer Bill Gates Mikrochips in Impfstoffen gegen das Coronavirus implementiert hat. Fake News können ein Anzeichen für Verschwörungstheorien sein, nur sie allein machen jedoch noch keine Verschwörungstheorie aus. Verschwörungstheorie ist ein negativ konnotierter Ausdruck und wird von Anhänger*innen nicht verwendet.

Siehe auch: Open Secret, A Certain Kind of Doom Scroll

Versandung
Vorgeschlagen von Samira Ghoualmia

Entgegen weißer Imaginationen eines weiten Niemandslandes sind Wüsten kulturell lebendige Orte. Dennoch überfluten Wellen von (Neo-)Kolonialismus diese Trockenzonen, lokale Communities zerstörend, den Boden, der diese nährt, aussaugend, und sie zu Migration zwingt. Desertifikation ist eine verheerende Konsequenz menschlich verursachten Klimawandels. Wie Frantz Fanon uns erinnert, könnte die verdammte Erde in Kolonialismus, Rassismus und Gewalt ertrinken. Das ist keine Metapher. Noch ist Desertifikation eine.

Siehe auch: Choose Your Future

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